Young-Teens

Wie kam es eigentlich zur Young-Teens-Arbeit???


 

Ausgangssituation:

Im Namen der evangelischen Kirchengemeinde Konstanz-Wollmatingen, wird bereits seit Jahrzenten Jungschararbeit und ein Sommer-Zeltlager für Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren angeboten. Diese sind in der Regel immer sehr gut besucht und stellen eine große Schatzgrube dar. Obwohl die Kinder und Mitarbeiter, jedes Jahr eine schöne und intensive Zeit zusammen verbringen dürfen, zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, dass leider nur ein sehr geringer Teil der Teilnehmenden der Jungschar und des Zeltlagers, hinterher auch in der Gemeindearbeit auftauchen. Ein Blick auf die Teilnehmer verriet, dass ein Großteil der Kinder, die in der Jungschar waren und mit aufs Zeltlager kamen, gar nicht in der eigenen Kirchengemeinde verordnet waren, sondern aus anderen Gemeinden oder auch aus kirchenfremden Familien stammten. Das hatte zur Folge, dass zwar viele Kinder mit aufs Zeltlager kamen, von diesen jedoch nur sehr selten, auch welche über das Jahr hinweg in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde zu finden waren. Es stellte sich heraus, dass auch Angebote fehlten, welche die Zeit zwischen Jungschar und Konfirmationszeit abdecken. Dieser Trend wirkte sich dementsprechend natürlich auch auf die weiterführenden Bereiche aus, wo mit der Zeit sowohl Teilnehmer- als auch Mitarbeitermangel entstand. Diesen Grundzustand, wollten wir so nicht länger beibehalten und begannen Anfang 2016, unser Grundkonzept zu überdenken und eine Alternative zu schaffen, um diesem Trend entgegenzuwirken und ein Bindeglied zwischen Jungschar mit Kinderzeltlager (bis 11 Jahre) und der Konfirmation (mit 13/14 Jahren) mit weiterführenden Angeboten herzustellen.

→ So entstand Anfang 2016 die Young-Teens-Arbeit. :)

 

„Du bist kostbar in meinen Augen und wertvoll und ich habe dich lieb.“ (Jesaja 43, 4)

 

Idee & Ansatz:

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass von Kindern und Jugendlichen immer mehr abverlangt wird, so müssen sie schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen und stehen dadurch permanent unter Leistungsdruck. Sei es in der Schule, die heutzutage immer mehr Zeit und Raum einnimmt oder auch im privaten Bereich, wo sie permanent damit konfrontiert werden, was sie mit ihrer immer geringer werdenden Freizeit, im Vergleich zur immer weiter wachsenden Summe an Überangeboten anfangen. Heutzutage findet eine Verinselung von Kindheit statt, das bedeutet, dass sogenannte Helikopter-Eltern, ihre Kinder von einem Termin zum nächsten befördern und so der Alltag der Kinder und Jugendlichen beinahe vollständig instrumentalisiert, also vorgeplant ist. Eltern wünschen sich größtmöglichen Erfolg für ihre Kinder und vergessen dabei leider häufig, dass sie ihre Kinder damit in eine belastende Leistungsspirale hineintreiben können. Dabei wäre es so wichtig, dass Kinder auch wirklich Kind sein dürfen und ihre Kindheit in Freiheit und Gelassenheit genießen dürfen und nicht als kleine Erwachsene immer schneller herangezogen werden. Freizeit und Erholung ist leider zu einer Seltenheit im Alltag geworden, obwohl wir eigentlich aufgrund heutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse wissen, wie sinnvoll und wertvoll diese Zeiten sind, in denen Kinder die Möglichkeit bekommen, einfach mal abzuschalten, vergangenes zu verarbeiten, richtig einzuordnen und auch sich selbst und seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen, Raum zur Entfaltung zu geben. Diesem negativen Trend, wollten wir uns mit der Young-Teens-Arbeit entgegensetzen und mit gezielten Inhalten und Methoden den Young-Teens Angebote schaffen, wo sie sich ernst- und angenommen wissen dürfen und Raum zur eigenen Entfaltung bekommen.

 

Projektinhalte & Methoden:

Die Angebote der Y-T-Arbeit sind gefüllt mit Spiel & Spaß, Action, Abenteuern, spannenden Geschichten rund um die Bibel und vielem mehr. Wir genießen die Gemeinschaft, haben intensive Gespräche, machen Themen & Andachten, kochen & backen, machen verschiedenste Aktionen & Ausflüge, erleben gemeinsam Feste & Feiern, machen Musik & Lobpreis und einiges mehr.

Es ist uns ein großes Anliegen, den Young-Teens eine besondere und ereignisreiche Zeit zu bieten, die sie bereichert, von der sie Familie und Freunden hinterher begeistert erzählen und möglichst lange Zeit darüber hinaus, selbst davon zehren können.

Wir geben uns viel Mühe dabei, die Angebote für die Young-Teens ansprechend zu gestalten, daher überlegen wir uns immer wieder aufs neue, wie wir ihnen ein cooles und mit Freude erwartetes abwechslungs- und ereignisreiches Programm bereiten können.

Besonders wichtig, ist uns das Fördern von Gemeinschaft in der Großgruppe, wie auch in Kleingruppen. Hierfür nutzen wir sehr beziehungsorientierte Methoden, die uns verbinden, wie z.B. das Patenschaftsprinzip. In der Großgruppe starten wir in der Regel immer mit der Begrüßung, einem kleinen Spiel, leiten dann ein zu einem gemeinsamen Impuls, woraufhin wir uns dann in Kleingruppen aufteilen, um das Thema in kleiner, entspannter und vertrauensvoller Atmosphäre zu vertiefen, um uns dann hinterher wieder in der Großgruppe zu sammeln, auszutauschen und einen gemeinsamen Abschluss zu machen.

Die Y-T-Arbeit ist sehr beziehungsorientiert geprägt und auf Ehrlichkeit und Vertrauen aufgebaut, das heißt wir Mitarbeiter gehen als Vorbilder voran und vermitteln unsere christlichen Werte offen und ehrlich, ohne dabei Dinge zu beschönigen. Dadurch wollen wir erreichen, dass die Y-T erkennen, dass jeder Einzelne mit seinen Stärken & Schwächen, als auch Wünschen & Bedürfnissen ganz unterschiedlich aufgestellt ist. Dies soll nicht in Form eines direkten Vergleichs, kritisch betrachtet verstanden werden, sondern als (stille) Aufforderung an die Y-T, sich selbst auch mit diesen Fragen zu beschäftigen und sich selbst eine eigene Sicht- und Handlungsweise zu bilden. Gerade auch mit Blick auf den Glauben, ist es von großer Bedeutung zu erkennen, dass jeder seinen eigenen Glauben und seine ganz persönliche Beziehung zu Gott entwickeln muss. Der beziehungsoriertierte Ansatz kommt sehr gut an, dadurch kommen spannende und beeindruckende Impulse zustande und bewirkt einfach auch einen wohlwollenden & wertschätzenden Umgang untereinander, der für alle bereichernd wirkt.

„Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 121, 2)

 

Innovation:

Der innovative Aspekt der Young-Teens-Arbeit, liegt mit Sicherheit vor allem darin, einen Blick für die noch junge Zielgruppe der Young-Teens zu haben, deren Bedarf und Wünsche wahr- und ernst zu nehmen und ein Konzept mit entsprechenden Methoden entwickelt zu haben, das speziell für Young-Teens aufgebaut wurde. Young-Teens befinden sich in einer nicht immer einfachen Übergangszeit vom Kind zum Jugendlichen, daher ist es wichtig ihnen Orte zu schaffen, wo sie sich zum einen in ihrer Peergroup, in vertrauter Atmosphäre austauschen können und zum anderen Bezugspersonen außerhalb der Familie an der Hand haben, die sie ernst nehmen und vertrauensvoll mit ihnen umgehen. Wir Mitarbeiter haben erkannt, dass wir den Y-T Beständigkeit geben müssen, damit sie sich uns in dem Wissen öffnen können, dass sie sich mit allem was sie beschäftigt, vertrauensvoll an uns wenden dürfen. Dies leisten wir unter anderem durch unsere Patenschaften. Auch dass wir über unsere Themen & Impulse, viel von uns persönlich erzählen, ist ein wertvolles Zeichen an die Y-T, um ihnen zu zeigen, dass sie uns am Herzen liegen und wir verantwortungsvoll & ehrlich mit ihnen umgehen.

 

Partizipation der Zielgruppe:

Wie bereits erwähnt, verfolgen wir einen beziehungsorientierten Ansatz, das heißt wir sind im ständigen Austausch mit den Young-Teens und lassen uns auch gerne auf die Ideen und Wünsche von ihnen ein. Wir fordern die Beteiligung der Y-T auch regelmäßig ein, damit wir ihnen beständig Inhalte und Elemente anbieten können, die am besten direkt in ihre Lebenswelt hineinsprechen und so in möglichst hohem Maße, gewinnbringenden Einfluss nehmen können. Damit wollen wir erreichen, dass die Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen der Young-Teens konkret eruiert und so in der Folge gezielt in unser Programm eingebaut werden kann.

Den Young-Teens wird eigentlich laufend Entscheidungsfreiheit geboten, sei es bspw. auf dem Y-T-Lager in welchen Workshop sie gehen (z.B. Baseball spielen, schwimmen gehen und Spiele am Weiher, etwas gestalten, usw.), was sie in ihrer Freizeit zwischen einzelnen Programmpunkten machen oder auch wann sie ins Bett gehen (nach der Zeit Abends am Lagerfeuer kann jeder selbstständig entscheiden ob er/sie direkt anschließend ins Bett gehen oder bis zur Bettruhe um 24 Uhr, am Abendprogramm o.a. teilnehmen möchten).

Ein besonderes Element des Y-T-Lagers, in der direkt greifbare Partizipation stattfindet, sind unsere Beteiligungs-Workshops, die wir fest in den Tagesablauf integriert haben. Es war schön zu sehen, wie gut die Beteiligungs-Workshops funktioniert haben und wie engagiert und verantwortungsbewusst sie bei der Sache waren.

 

Nachhaltigkeit & Vernetzung:

Die Angebote der Y-T-Arbeit, sind wie gesagt sehr intensiv und beziehungsorientiert ausgelegt. In dieser Zeit lernen wir uns immer tiefgründiger kennen, machen viele spannende Aktionen, teilen gemeinsam Leben und Glauben und das schweißt uns enorm zusammen und birgt die Chance, diese gewonnenen Beziehungen z.B. nach dem Lager, auch in die wöchentlich stattfindenden Angebote für die Y-T in der Gemeinde einzubinden und somit in den Alltag hineinzunehmen. Die Erfahrung zeigt, dass dies auch sehr gut gelingt, da mittlerweile fast alle Y-T die auf dem Y-T-Lager dabei waren, hinterher dann auch in der Gemeinde zu finden sind. Es gibt mittlerweile auch zwei Young-Teens-Kreise, in denen ein Großteil der Lager-Teilnehmer ihren Platz gefunden hat. Dadurch können die Young-Teens nach dem Y-T-L, einmal wöchentlich, gemeinsam Zeit und Glauben in Beständigkeit teilen. Diesen Zuwachs, bekommt nach dem zweiten Y-T-Lager, mittlerweile auch die Konfirmanden-Arbeit positiv zu spüren, da rund zehn Young-Teens jetzt dann auch im aktuellen Konfirmationsjahrgang mit dabei sind.

Wir sind beispielsweise auch mit dem Flüchtlings-Helferkreis der Gemeinde vernetzt, sodass wir 2017 auch realisieren konnten, dass ein Junge aus einer Flüchtlingsunterkunft aufs Y-T-Lager mitkommen konnte, dem die Zeit auf dem Lager sehr viel Freude bereitet hat. Im Vorfeld mussten dafür ein paar Gespräche mit der Familie geführt werden und auch Fragen beantwortet und Ängste ausgeräumt werden, doch alles in allem hat es sich für beide Seiten gelohnt sich die Mühe zu machen, da wir dadurch auch Grenzen überwinden und gemeinsame Begegnung und wertschätzenden Dialog zwischen dem Christentum und dem Islam ermöglichen konnten.

 

Zusammenfassend ist unsere Y-T-Arbeit sehr vielseitig und schenkt uns jedes Mal aufs neue, eine sehr segensreiche und bereichernde Zeit, die große Freude bereitet. :)

 

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